Am 21.Februar 2016 lud Apostel Hans-Peter Schneider ein weiteres Mal die annähernd 130 Jugendleiter des Apostelbezirks zu einem besonderen Gottesdienst im Rahmen des Jugendleitertags 2016 in die Gemeinde Künzelsau-Gaisbach ein, an dem 203 Gottesdienstbesucher teilnahmen.
Seiner Predigt legte er das Wort aus 2.Kor.1, 3+4 „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Trübsal, damit wir auch trösten können, die in allerlei Trübsal sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott.“ zugrunde.
Gleich zu Beginn seines Dienens nahm er Bezug auf das Lied der Sänger JLB12 „Christi Jugend lobt und preist“, aus dem er einen Gedanken der 2.Strophe aufgriff, der wie ein roter Faden den ganzen Gottesdienst durchzog: „… Seelenliebe gibt dir Kraft, dass dein Glaube freudig schafft.“
Der Apostel stellte die Wichtigkeit der Anbetung Gottes hervor und führte aus, dass es kein Zufall sei, dass die Gottesdienstteilnehmer hier versammelt seien, dass sie durch ihre Vorbereitung den Gottesdienst mitgestalten würden.
Nicht nur die natürlichen Anfechtungen, Sorgen und Bedrängnisse des alltäglichen Lebens, das „komplette Programm“, machen uns zu schaffen, sondern auch Situationen, wo unser Glaube angefochten wird.
Eine Mutter tröstet durch ihre Nähe, heilt noch nicht den Schmerz, steht dem Kind aber bei, verbreitet Zuversicht. Wir kommen zum Herrn, suchen seine Nähe im Gottesdienst, erleben den Beistand im Tröster, dem Heiligen Geist, der uns neue Kraft schenkt, das Auferlegte zu tragen. Dadurch, dass wir unsere Last, unsere Bedrängnisse mit Gottes Hilfe tragen, sind wir ein Vorbild und können dadurch andere trösten, die in ähnlichen Situationen sich befinden. Nicht hilfreich ist es, dem, der in einer misslichen Situation ist, ihm sogar noch Vorwürfe zu machen oder gar zu richten. Auch baut es Denjenigen nicht auf, davon zu erzählen, was man selbst schon erlebt hat, sondern unser uneingeschränktes freudiges Vertrauen auf Gottes Hilfe stärkt und tröstet.
Anschließend rief Apostel die Bezirksämter der einzelnen Ältestenbezirke an den Altar, die den praktischen Bezug zur Arbeit mit der Jugend herstellten: Bez.-Ev. Michael Feihl aus dem Bezirk Backnang machte den Anfang und legte den Schwerpunkt auf die Tatsache, dass Jugendleiter mit Glaubensüberzeugung als Basis selbst der Jugend vorangehen.
Bez.-Ev. Peter Dambach als Vertreter des Bezirks Eberbach griff auf seine Erlebnisse in seiner Jugendzeit zurück, wo er den erst kürzlich heimgegangenen Ap.Günter Beck als Vorsteher und Motivator erlebt hatte, was ihn letztendlich für seinen Auftrag als Amtsträger begeistert habe. Diese Begeisterung solle auch die Jugend erreichen.
Anschließend betrat der Bez.-Ält. Martin Rheinberger aus dem Bezirk Heilbronn den Altar. Er zitierte die afrikanische Lebensweisheit: „ Ein Dorf erzieht ein Kind!“ Übertragen auf die Arbeit an den Jugendlichen bedeute das, dass die ganze Gemeinde an der Entwicklung der Jugend arbeiten müsse, für sie mitverantwortlich sei.
Der Bez.-Ev. Stefan Clever aus dem Künzelsauer Bezirk zeigte am Beispiel des Lagerfeuers, wie die Wärme, die wir im Glauben erleben dürfen, auch durch uns auf die Jugend abstrahlen möge. Er forderte dazu auf, immer wieder selbst Holz nachzulegen, damit das Feuer, die Freude, nicht ausgeht.
Bez.-Ev. Klaus Burkard aus dem Schwäbisch Haller Bezirk war die letzte Stimme aus dem Kreis der Bezirksämter. Er erwähnte das Beispiel des Psalmisten, der wie Jesus am Kreuz die Frage stellte: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Er verzweifelte nicht in seiner Not und konnte bereits im darauffolgenden Kapitel seine Glaubenssicherheit zum Ausdruck bringen, in dem er sagte: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln…. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“ (Psalm 23)
Das Dienen des Bischofs Manfred Schoenenborn rundete das Wirken des Geistes ab. Er brachte eine neue Facette ins Spiel, indem er auf eine modernere Bibelübersetzung Bezug nahm, wo das Trösten durch „ermutigen“ ergänzt wird. Er stellte zwei Gestalten aus der Zeit der ersten Christen einander gegenüber: Den reichen Jüngling, der nicht den Mut aufbrachte Jesu nachzufolgen und traurig von dannen ging, und den Diakonen Stephanus, der mutig in seiner ausweglosen Situation seinen Herrn erleben durfte. Der Bischof ging noch einmal auf die ganze Palette der negativen Erlebnisse und Situationen, denen die Jugendlichen heute ausgesetzt sind, das „komplette Theater“ ein: Klausur verhauen, Arbeitsplatz weg, Freundin weg …! Und doch sei es bedeutend, dass Gott der Regisseur ist, der die Fäden in der Hand hält. Jetzt ist es wichtig, mutig auf Gott zu vertrauen, im Gegensatz zu Stationen des Lebens, wo alles glatt läuft und dann der Mut und die Zeit fehlen, sich im Werk des Herrn zu betätigen. Prioritäten zu setzen sei hier gefordert, zumal es keine schönere Aufgabe gebe, als sich in Gottes Werk zu betätigen.
Der Gottesdienst, fand seinen Höhepunkt mit der Feier des Heiligen Abendmahls und seinen Abschluss mit dem gemeinsamen Schlussgebet der großen Gemeinde.
Der gemischte Chor umrahmte mit seinen Liedern den Gottesdienst und unterstrich damit das geistgewirkte Wort.
Am Nachmittag fand anschließend nach einem gemeinsamen Mittagessen die Fortsetzung des Jugendleitertags 2016 der Jugendleiter mit dem Apostel, dem Bischof und den Bezirksämtern im Alma-Würth-Saal in Künzelsau-Gaisbach statt.