Am 22. März 2018 besuchte Bischof Martin Rheinberger zum ersten Mal die Gemeinde Künzelsau-Gaisbach.
Seiner Predigt legte er das Wort aus Apostelgeschichte 12, 7 zugrunde: „Und siehe, der Engel des Herrn kam herein und Licht leuchtete auf in dem Raum; und er stieß Petrus in die Seite und weckte ihn und sprach: Steh schnell auf! Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen.“
Gleich zu Beginn betonte der Bischof die Wichtigkeit des Gottesdienstes und nahm dabei Bezug auf das Lied der Sänger CM 388, „Ich bin hier, Herr“ wo nicht nur die Tatsache, dass wir da sind, sondern auch Gott, der keine Moralpredigt halten will. Er ist bei uns trotz Fehler und vergisst uns nicht. Gottesdienst ist vertrauensvolles Gotterleben, das angstfrei sein und uns ermutigen soll.
Das Textwort bezieht sich auf die Befreiung des Apostels Petrus in der Gefängniszelle durch einen Engel einerseits und entgegengesetzt ereignete sich der gewaltsame Tod des Jakobus. Der Bischof zeigte in diesen beiden unterschiedlichen Schicksalen auf, dass auch wir in unterschiedlichsten Lebenssituationen alle letztendlich in Gottes Händen sind.
So wie der Engel Licht ins Dunkle der Zelle brachte, so soll es auch bei uns hell werden und wir ein Licht für andere sein, unser Glaube muss sichtbar sein.
Der Bischof verwies auf die Aufforderung des Engels an Petrus, die damalige Gemeinde aufzusuchen, wegen der Erlösungsbedürftigkeit aller Menschen.
In diesem Zusammenhang stellte er die Sakramente der Kirche in den Mittelpunkt:
Die Hl. Taufe, die die Erbsünde tilge, die Spendung des Hl. Geistes, der aus der Dankbarkeit Gott gegenüber Früchte des Glaubens hervorbringe, und das Hl. Abendmahl, welches Bekenntnis und Gedächtnis beinhalte, ja endzeitlichen Charakter mit der Wiederkunft Jesu trage.
Evangelist Klaus Wolfer führte in seinem Dienen den Gedanken aus, dass Gottes Liebe nicht steigerbar sei. Er liebt uns ohne Vorbedingung, es gebe keine „Erpressung“. Durch die Sendung des Gottessohns sei es helle geworden wie bei seiner Geburt durch die Erscheinung der Engel.
Der Bischof verglich in seinem weiteren Dienen den Besuch des Engels bei Petrus mit einem Seelsorgebesuch besonderer Art. Er betonte die Wichtigkeit dieser seelsorgerischen Tätigkeit auch in unserer Zeit. Er verwies dabei auf den Besuch Jesu bei Zachäus, der nicht von Zachäus sondern von Jesu initiiert wurde. Seelsorgebesuche seien nötig!
Evangelist Boris Hofmann erinnerte noch einmal an den Seelsorgebesuch des Engels im Gefängnis und legte die Frage vor, in welchen Gefängnissen der eigenen , manchmal falschen Vorstellungen wir uns befinden. Der Herr rückt diese im Gottesdienst durch sein Licht wieder zurecht.
Anschließend zeigte Bischof Rheinberger auf, dass erste Priorität die Seelsorge an der eigenen Familie sei. Daraus würde sich Kraft für die Arbeit an den Seelen der Gemeindemitglieder entwickeln. Dabei sei es wichtig, auch über seinen eigenen Schatten zu springen.
Zuletzt stellte Priester Rainer Neuberg Jesu als Licht der Welt in den Mittelpunkt. Auch wir sollen Kinder des Lichts sein.
Der Bischof beendete seine Predigt mit der Aufgabe, als Gemeinde auf das Kommen des Herrn zu warten.
Der gemischte Chor umrahmte mit seinen Beiträgen den Gottesdienst und unterstrich das Wirken des Geistes.