Aufgeregt und gespannt saßen wir Kinder am Sonntagmorgen mit unseren Lehrkräften zusammen.
Denn heute war kein „normaler“ Vorsonntagsschul- und Sonntagsschulunterricht. Es stand ein Kindergottesdienst mit unserem Vorsteher an, den wir am Tag davor schon fleißig vorbereitet hatten.
Er wurde begleitet von Priester Bauer und Diakon Schweikert.
Unser Vorsteher brachte uns ein Wort mit aus Lukas 10, Vers 36 und 37. „Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste gewesen dem, der unter die Räuber gefallen war?
Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!“
Sofort wussten wir: Das ist die Geschichte vom barmherzigen Samariter!
Doch was ist eigentlich in der Geschichte passiert? Diese Frage unseres Vorstehers konnten wir natürlich leicht beantworten. So haben wir auch darüber gesprochen, wie man jemandem helfen kann und wann wir schon mal geholfen haben. Dabei stellten wir fest – wir alle können helfen, egal, wie groß oder klein, jung oder alt oder wer man ist. Auch uns wurde schon viel geholfen und jeder ist über Hilfe froh und dankbar.
Wir stellten fest: Auch eine Umarmung kann unserem Nächsten schon viel helfen. „Doch wer ist eigentlich unser Nächster?“, fragte der Vorsteher weiter. Da wurde es schon schwieriger. Gemeinsam überlegten wir und er kam mit uns zu dem Ergebnis: Jeder, der uns begegnet und der unsere Hilfe braucht. So, sagte er, hat es auch der Herr Jesus getan und uns gelehrt. Er ging an keinem vorbei, weil er ihn nicht mochte oder gerade keine Zeit hatte. Genau so sollen wir es auch heute machen und keinen in der Schule oder im Kindergarten alleine lassen oder ausschießen, der unsere Hilfe braucht.
Priester Bauer, lobte uns: „Ihr seid alle Helden!“ Denn ein Held, so sagte er, ist jemand, der mit dem, was er kann den anderen hilft und die Dinge übernimmt, die andere nicht machen können oder wollen. Und unser Herr Jesus – der größte Held von allen, der jedem hilft und keinen im Stich lässt! Er ist das Vorbild für alle Helden, also für uns. Unser Ziel soll es sein, so zu werden wie er.
Unser Vorsteher griff dieses Beispiel nochmal auf und fragte: „Warum hilft der Herr Jesus denn allen?“ Weil er uns alle gleich lieb hat und weil er, anders als wir, die Seelen sehen kann. Diese wäscht er uns auch immer wieder auf neue rein. Ähnlich wie mit unseren Kleidern, erklärte der Vorsteher. Denn wir waren uns einig: Wir haben alle viel lieber saubere Kleider an als dreckige!
Nachdem wir gemeinsam das heilige Abendmahl feiern durften, trugen wir unseren Amtsträgern das Lied „Laudato Si“ mit unseren am Tag davor selbst gebastelten Instrumenten vor.