Bischof Rheinberger legte der Predigt ein Bibelwort aus 2. Timotheus 2,11-13, das der Stammapostel kürzlich verwendete, zugrunde: „Das ist gewisslich wahr: Sterben wir mit, so werden wir mit leben; dulden wir, so werden wir mit herrschen; verleugnen wir, so wird er uns auch verleugnen; sind wir untreu, so bleibt er doch treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen.“
Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes stellte er das Bibelwort in Beziehung auf das Jahresmotto „Treue zu Christus“. Mit Christus zu sterben, der das Opfer am Kreuz gebracht hat, bedeute, dem Bösen zu entsagen.
Ganz konkret ging der Bischof dann auf einige Sünden ein. Er nannte beispielsweise das Stehlen, also das widerrechtliche Aneignen fremden Eigentums. Zudem werde heute schnell etwas gesagt, geschrieben oder unterschrieben, was nicht wahr ist. „Auch Lüge ist Sünde – auch wenn das heute gern bagatellisiert wird.“ Zur Ehrlichkeit gehört dazu, kein falsch Zeugnis zu reden, auch wenn es situationsbedingt manchmal schwerfällt. Der Bischof machte das an einem Beispiel mit der Frage seiner Frau über ihr neues Kleid deutlich.
Neben Neid, Hass, Lieblosigkeit und Unversöhnlichkeit benannte er ganz konkret die „Ich-Sucht“, das ständige Reden über sich selbst und über das, was man schon „geleistet“ hat. „Das ist ein Zeichen der Lieblosigkeit gegenüber dem Nächsten, dem wir doch auf Augenhöhe begegnen wollen.
Die Treue zu Christus definierte er als die fortwährende Entwicklung der neuen Kreatur: „Wir wollen immer mehr zum Ebenbild Jesu Christi werden – nicht nur mit Christus leben, sondern er soll in uns leben.“ In diesem Zusammenhang sei insbesondere die Standhaftigkeit eine zentrale Eigenschaft. Jeder habe es selbst in der Hand, sich klar zu entscheiden, standhaft zu bleiben.“ Auch in anderen Dingen sei jeder Einzelne „Herr der eigenen Entscheidungen“. Christ sein heißt leichter Leben.
„Wer Jesus dient, der stößt auf Widerstand.“ Dies habe Christus den Menschen angekündigt. Gleichzeitig sei nicht wichtig, wie viele Menschen heute das Angebot Gottes annehmen. Vielmehr sei es Aufgabe der Christen heute dafür zu sorgen, dass auch in Zukunft die Möglichkeit bestehe, dass ein suchender Mensch Jesus finden kann – bis er wiederkommt. Dies geschieht am besten duch unser eigenes Verhalten.
Es gelinge dem Menschen nicht immer, Christus treu bleiben. „Aber wenn das Wollen vorhanden ist, schenkt Gott trotzdem Gnade.“ Denn: Die Untreue der Menschen schränke die Treue Gottes nicht ein. Er bleibt treu.