Virtuoses Orgelspiel empfängt den Kirchenbesucher in der Neuapostolischen Kirche am Mittwoch, den 18. Oktober in Öhringen. Das helle Kirchenschiff füllt sich, während draußen schon Dunkelheit vorherrscht. Die Gläubigen erwarten ihren Bischof Martin Rheinberger, der ab 20:00 Uhr mit ihnen den Gottesdienst feiern will. Bunt kombinierter Blütenschmuck am Altar lädt das Auge zum Verweilen ein.
Laut vernehmbar erklang das Lied „Der Herr ist mein Licht …“. Die Stimmen der Chorsänger erstrahlten in innerer Überzeugung und endeten mit dem Wunsch „dass ich mög´ bleiben im Hause des Herrn“.
Danach stimmte die Orgel mit Variationen auf den Gottesdienst ein. Die Gemeinde vereinte sich im Lied „Mit dir, o Herr, verbunden fühl ich mich nie allein….“
Der Bischof legte seiner Predigt ein Bibelwort aus 1. Mose 28, Vers 11 und 12 zugrunde: „Und kam an eine Stätte, da blieb er über Nacht, denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm einen Stein von der Stätte und legte ihn zu seinen Häupten, und legte sich an der Stätte schlafen. Und ihm träumte, und siehe, eine Leiter stand auf Erden, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder.“
Bezugnehmend auf das anschließend vorgetragene Chorlied „Niemals will ich klagen …“ verdeutlichte Bischof Rheinberger, dass Gott die Seinen trotz Leid und sogar im Sterben nach oben ziehe.
Dann ging er auf das Bibelwort ein und sprach vom fliehenden Jakob. Manchmal seien auch wir auf der Flucht vor uns oder unserem Nächsten.
Er unterstrich die unbequeme Situation des schlafenden Jakobs und hob hervor, dass Gott den Menschen auch heute in manch unbequemer Situation begegne.
Jakob erhielt eine Verheißung von Gott. Die Verheißung für neuapostolische Christen sei „ER (Jesus) kommt!“. Der Bischof ermunterte die Gemeinde, diese Verheißung mit in den Alltag zu nehmen und zum Thema zu machen.
Jakob habe von Gott die Aufgabe erhalten, ein Segen zu sein. Gott habe auch heute den Seinen Aufgaben gegeben. Bischof Rheinberger forderte die Zuhörer auf, ihre Erwählung trotz menschlicher Fehler nicht in Frage zu stellen, denn „Gott wollte es so“. Er rief die Gemeinde auf, sich nicht vor Fehlern zu fürchten, sondern im Bewusstsein „ich bin schwach, ich mache Fehler“ sich in den Dienst des Herrn zu stellen.
Der Bischof wies mit Nachdruck darauf hin, dass Gott treu und zuverlässig sei. Gott bringe den Gläubigen an das Glaubensziel.
Mit der gemeinsamen Feier des Heiligen Abendmahles und Spendung des Segens beendete Bischof Rheinberger den Abendgottesdienst. Nach dem gemeinsam gesungenen Lied „Auf, lasst uns Zion bauen …“ nahmen die Besucher die Gelegenheit wahr, um sich von ihm zu verabschieden.