Am Vorabend zum 1. Advent begannen die Kirchengemeinden der ACK Öhringen (Evangelische Kirche, Evangelisch-methodistische Kirche, Katholische Kirche und Neuapostolische Kirche) gemeinsam das neue Kirchenjahr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Stiftkirche.
In seiner Predigt nahm Pfarrer Klaus Kempter von der katholischen Kirche auf den Fernsehfilm „Gott“, nach einem Theaterstück von Ferdinand Schirach Bezug der einige Tage zuvor im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Der Fernsehfilm behandelt an einem Fallbeispiel das Thema des selbstbestimmten Suizids. Nach dem Fernsehfilm waren die Zuschauerinnen und Zuschauer gebeten in einer Liveabstimmung darüber abzustimmen, ob die Hauptfigur im Spielfilm das tödliche Medikament bekommen soll oder nicht. Über 70 Prozent der Zuschauerinnen und Zuschauer stimmten mit „Ja“ ab. Pfarrer Kempter stellt den Gottesdienstteilnehmern die Frage: „Wie hätten oder haben sie entschieden?“
In seiner Predigt beleuchtete Pfarrer Kempter, dass uns der christliche Glaube und die Erlösung Jesu zum ewigen Leben hin einen besonderen Blick auf Leben und Tod gebe. Anfang und Ende des Lebens liegen in Gottes Hand. Er selber gehöre daher zu den 30 Prozent die mit "Nein" gestimmt haben. Er sprach den Wunsch aus, dass Christen immer wieder Stellung zu gesellschaftlichen Fragen beziehen sollten.
Musikalisch wurde der Gottesdienst von Instrumentalisten des neuapostolischen Bezirksorchesters Künzelsau umrahmt. Zu Beginn des Gottesdienstes spielte das Orchester den Kanon „Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht“. Das Licht spielt in den Gottesdiensten zum Vorabend des 1. Advents jedes Jahr eine wichtige Rolle. Jedes Jahr entzünden die vier Kirchen der ACK im Gottesdienst zum 1. Advent eine Kerze. Diese Kerze wird dann in die Gotteshäuser der vier Kirchen getragen und brennt dort als Zeichen der Verbundenheit zwischen den Konfessionen.