Am 24. Dezember 2017 – ein Sonntag, Heiligabend und zugleich der 4. Advent – hatten zahlreiche Glaubensgeschwister das Bedürfnis, eine Andacht zu besuchen. Auf ihrer Internetseite www.nak-sued.de berichtet die NAK Süddeutschland davon, dass in Süddeutschland vielerorts am 24. Dezember Andachten stattfanden – feierliche Zusammenkünfte ohne liturgische Form, deren Ablauf von den Durchführenden bestimmt wird.
So auch in Öhringen für den Bezirk Künzelsau.
In solchen Andachten, für deren Leitung es keinen Geistlichen braucht, erfolgt weder eine gottesdienstliche Wortverkündigung noch eine Sakramentsspendung oder eine Segenshandlung. Ausnahmsweise hatte Bezirksapostel Michael Ehrich Gedanken für die Gestaltung einer Andacht am 24. Dezember 2017 herausgegeben; es blieb den Gemeinden aber freigestellt, in welcher Weise die Andacht gestaltet wurde.
„Mit den Hirten gehen“
Unter dieses Leitmotiv hatte auch Bezirksevangelist Clever die Zusammenkunft am 24. Dezember gestellt.
In der Weihnachtsgeschichte nach dem Lukasevangelium wird von Hirten berichtet, die nachts auf dem Feld ihre Herde hüteten und als Erste von der Geburt des Heilands erfuhren, als Engel ihnen verkündeten: „ … euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids“ (Lk 2,11).
Daraufhin wollten die Hirten nach Bethlehem gehen „und die Geschichte sehen, die da geschehen ist“. Auch hier wird deutlich: Die Weihnachtsgeschichte spricht nicht von einem Mythos oder einer Legende, sondern von einem realen Geschehen.
„Bethlehem“ kann auch mit „Haus des Brotes“ übersetzt werden. Wer zu Jesus Christus geht, der geht zu dem, der von sich sagen konnte: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern“ (Joh 6,35).
Nach der Begrüßung und Gebet durch Bez.Ev. Clever folgte der Andachtsteil.
Wie die Hirten die Kunde von der Geburt Jesu verbreiteten, sind Christen gerufen, die Weihnachtsbotschaft weiterzusagen. So war Tenor der Andacht an Heilig Abend: Ein sentimentaler Blick auf das Kind in der Krippe, auf Maria und Josef reicht nicht – von dem Geschehen muss gesprochen werden. Wir wollen gleichsam mit den Hirten gehen und handeln wie sie: auch im Alltag auf Jesus Christus hinweisen, der das Heil und den Frieden bringt und der das Brot des Lebens ist.
Unter Mitwirkung verschiedener Glaubensgeschwister wurde der Bericht von dem Geschehen aus einer Kinderbibel vorgetragen und nach einem auf der Orgel vorgetragenen Lied folgten abwechselnd Worte aus der hl. Schrift und gemeinsam gesungene Lieder. Ein kurzes Video mit bilischen Szenen, auch auf die heutige Zeit übertragen zeigte die Bedeutung des Handelns Jesu. Ein schönes Orchester trug weihnachtliche Weisen vor und begleitete den Gemeindegesang. Das Schlusslied „O du fröhliche“ wurde durch unsere jungen Schwester Isabell mit einer Posaune von der Empore aus begleitet. Priester Rainer Neuberg sprach einige Schlussworte und ein Gebet. Danach wurden alle Anwesenden zu einem Beisammensein im Foyer der Kirche eingeladen.