Auf dem Altar leuchten die Blumen in feurigen Farben. Die Orgel zitiert „Ziehe deine Schuhe aus …“. Die letzten Sonnenstrahlen am roten Abendhimmel sind verschwunden. Das Gotteshaus füllt sich, während Clavinova-Töne das Lied formen „Jesus, verklär dich in mir noch mehr …“. Die Gottesdienst-Teilnehmer der Gemeinden Bitzfeld und Neuenstein versammeln sich am Abend des 12. Oktober 2017, um mit ihrem Apostel Dieter Prause den Gottesdienst zu feiern.
Auch aus den umliegenden Gemeinden waren Gläubige angereist.
Der Apostel erläuterte anhand der Predigtgrundlage aus 2. Korinther 9, Vers 8
„Gott aber kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen allezeit volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem guten Werk“,
dass die Gemeinde göttliche Gnaden erhalten habe die Fülle, um wahre Jünger und Diener Christi zu sein. Aus der Fülle göttlicher Gnade sei die Gemeinde imstande, gute Werke zu tun. Das Opfer von Jesus Christus als unverdienter „Generalzugang“ zum Heil sei Basis, im Blick auf Jesus Christus in die Vollkommenheit zu wachsen mit dem Ziel, am Tage der Wiederkunft Christi dabei zu sein. Es gelte, Liebe zu üben und vergebungsbereit zu sein. Er rief die Gläubigen auf, das Evangelium zu bekennen, auch wenn es hin und wieder mit Nachteilen verbunden sei. Gottes Segen begrenze sich nicht in irdischen Dingen.
Die Aufgabe neuapostolischer Christen sei, das Evangelium GANZ zu leben. Apostel Prause zitierte aus Offenbarung 10, Vers 10 („Und ich nahm das Büchlein aus der Hand des Engels und verschlang´s. Und es war süß in meinem Mund wie Honig, und als ich´s gegessen hatte, war es mir bitter im Magen“) und übertrug diese Worte auf das Evangelium. Das von Jesus gelehrte Gebet enthielte einerseits das Süße „Und vergib uns unsere Schuld“, andererseits das manchmal schwere und bittere „wie auch wir vergeben unsern Schuldigern“. Wer vergebungsbereit sei, der erhalte die nötige göttliche Kraft, betonte der Apostel.
Vor dem Abendmahl wurde der elfwöchige Säugling Tristan aus der Gemeinde Neuenstein von seinen Eltern zum Altar getragen. Dort erhielt er die Gabe des Heiligen Geistes durch Handauflegung des Apostels. Apostel Prause segnete ihn und betete auch für seine Eltern.
Während des Abendmahls antwortete die Gemeinde im Liedrefrain „Ja ich will es laut verkünden, dass ich nun in Gnaden bin …“ und nach dem Schlussgebet mit Segen sang der Chor: „Jesus bleib‘ in meinem Leben …“.